Auszug der Vereinschronik

In der Zeit von 1880 bis 1885 wurde die hiesige Gemeinde vom Bezirksamt Donauwörth aufgefordert, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Alle Bemühungen der Bürgermeister Karl Böll und Georg Seelmayer sowie des Lehrers Josef Lang blieben erfolglos. Im Jahre 1885 erhielt die Gemeinde vom Bezirksamt Donauwörth ein Schreiben und wurde aufgefordert, am 11.10.1885 eine Versammlung abzuhalten, wozu alle feuerwehrfähigen Männer einzuladen sind. Es müsste denselben dargelegt werden, welche Notwendigkeit es sei und welchen Nutzen es hätte, wenn in einer Gemeinde eine freiwillige Feuerwehr bestehe. Dieser Vorschlag wurde angenommen und eine Versammlung im Lettenbauerschen Gasthaus anberaumt. Zu dieser Versammlung erschien Herr Bezirksamtmann Schleifer, sowie der Bezirksvertreter des Feuerwehrverbandes Donauwörth, Herr Droßbach, Fabrikbesitzer in Bäumenheim, ebenso erschienen auch eine große Anzahl Bürger und junge Leute. Die Versammlung eröffnete der Bezirksamtmann. Derselbe hielt eine lange Ansprache und legte den Bürgern dar, welchen Nutzen und Vorteile es für die Gemeinde sei, wenn in derselben eine Feuerwehr bestehe. Er versprach der Gemeinde behilflich zu sein, auch hinsichtlich der Zuschüsse aus der Distriktkasse, sowie vom Kreis.

 

Nach Schluss der Rede wurde allgemein Beifall gezollt, mit Ausnahme einzelner Männer, welche kein Verständnis für die gute Sache hatten.

Ebenso hielt auch der Herr Bezirksvertreter eine Ansprache, welche viel Beifall hervorrief. Nach längerer Pause schien Herrn Bezirksamtmann der Erfolg sicher zu sein und man schritt unter dem Vorsitz und der Leitung des Bürgermeisters Seelmayer zu einer Protokollfassung durch eine Abstimmung über. Er bekundete mit seiner eigenen Unterschrift die Bildung einer freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Otting. Es wurde zum Beitritt des Vereins 43 Unterschriften abgegeben. Da diese Anzahl zur Gründung des Vereins genügend war, wurde sofort der Ausschuss gewählt. Es wurde gewählt auf drei Jahre:
-1. Vorstand Herr Otto Leonhard, Gutspächter (mit 38 Stimmen)
-1. Kommandant Herr Georg Seelmayer (mit 37 Stimmen)
-Schriftführer Herr Josef Lang, Lehrer (mit 37 Stimmen)

Damit hat die Versammlung ihren Abschluss gefunden. Die Schwierigkeiten, die vor nunmehr 125 Jahren die Gründer der Freiwilligen Feuerwehr hatten, waren bald nach der Gründung vergessen, denn man ging sofort daran, Uniformen und Ausrüstungsgegenstände für die Feuerbekämpfung anzuschaffen. Während des ersten Weltkrieges war der Mitgliederstand dermaßen geschwächt, dass das Bezirksamt den Antrag stellte, falls die Übung mangels fehlender Leute nicht mehr durchführbar sind, dazu kräftige Frauen heranzuziehen. 1935 konnte unter Vorstand Richard Bachmeier und Kommandant Georg Wörle das 50-jährige Gründungsfest gefeiert werden. Von den Erschwernissen die der zweite Weltkrieg für die Feuerwehr mit sich brachte ist leider nichts mehr nachlesbar da das Protokollbuch von 1941 ab keine Eintragungen mehr aufweist und verschwunden war. Im Jahre 1956 kam dieses Buch unter dem damaligen Kommandanten Richard Bachmeier wieder zum Vorschein und wird seitdem ordnungsgemäß geführt.
Nachdem sich die Wirren des Krieges verebbt haben ging es innerhalb der Wehr wieder aufwärts. So konnte unter Mithilfe der ganzen Gemeinde im Jahr 1953 eine eigene Fahne angeschafft und geweiht werden. 1954 erhielt die Wehr ihre erste Motorspritze, eine TS 6, und im Jahr zuvor als Jubiläumsgeschenk eine neue TS 8 mit entsprechendem Schlauch-material. Ebenfalls zum Jubiläum kam ein neues Gerätehaus hinzu, das im Verlauf des Festes eingeweiht wurde. Im Jahr 1958 konnte sich Kommandant Haindl mit seiner Feuerwehr über die Beschaffung eines Spritzenwagens und neuem Schlauchmaterial freuen.
Das 75-jährige Gründungsfest feierte man am 8. Mai 1960. Nach einem gemeinsamen Kirchgang und anschließender Übung traf man sich zum Mittagessen im Gasthaus Rosskopf wieder. Eine abendliche Tanzveranstaltung rundete die Feier ab.

Gleichzeitig mit dem maschinellen Fortschritt wurde die Ausbildung durch das Ablegen der Leistungsprüfungen entscheidend verbessert. Zwei Löschgruppen erhielten bereits 1963 das bronzene Leistungsabzeichen. In diesem Jahr übernahm Markus Michel sen. die Vorstandschaft. Beim Wasserfest der Gemeinde (1966) führte die Wehr eine Alarmübung durch. Hierbei stellte sie ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis. Sachkundige Zuschauer bedachten die Übung mit Anerkennung.
Aus gesundheitlichen Gründen legte Kommandant Haindl 1968 sein Amt nieder und übergab es einem würdigem Nachfolger, dem Kameraden Johann Mayer sen.
Nach längerer Standortsuche (heute Florianstraße 19) konnte im Jahre 1971 mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen werden. Im Spätherbst wurde noch Richtfest gefeiert.
Mit Schrecken denkt man an den Herbst 1972 zurück. Nach 38 Jahren ohne Brand im eigenen Ort legte der "rote Hahn" innerhalb kurzer Zeit die Wirtschaftsgebäude von den heutigen Anwesen Bergstr. 2 und Bergstr. 20 in Schutt und Asche.
Im Frühjahr 1973 konnte das neue Feuerwehrgerätehaus bezogen werden. Eine neue TS 8 wurde im Herbst in Empfang genommen.
Mit Hochdruck arbeitete man nun auf das bevorstehende 90-jährige Gründungsfest hin. Vom 5. bis 6. Juli 1975 konnte die Freiwillige Feuerwehr Otting ihren 90 Geburtstag begehen. Die Schirmherrschaft hatte der damalige Bürgermeister Karl Häfelein inne, die Patenschaft übernahm die Freiwillige Feuerwehr Wemding.
Herrn Markus Michel sen. war es noch vergönnt, als langjähriger Vorstand dieses Fest mitzufeiern. Er verstarb einige Wochen später, am 29. Juli. Nach diesem unerwarteten Verlust des Vorstandes musste Kommandant Mayer beide Ämter übernehmen. Dieses ereignisreiche Jahr sollte nicht ohne Feuerlöscheinsatz zu Ende gehen. In der Nacht vom 23. auf 24. August brannte das Baywa-Lagerhaus völlig nieder.

Im großen Dürrejahr 1976 blieb die Ottinger Feuerwehr von größeren Einsätzen verschont. Landwirtschaftliche Gebäude in der Kirchstrass 1 wurde am 10.06.1978 ein Raub der Flammen.

Bei der am 4. Februar stattgefundenen Generalversammlung wurde Herr Ludwig Miehlich zum Vorstand gewählt, der sein Amt am 24. März an Josef Herzner übergab.
So war es auch die Aufgabe des neuen Vorstandes, zusätzliche Mitglieder zu werben und auch auf dem gesellschaftlichen Sektor die Wehr wieder attraktiv zu machen. Gemeinsam mit Kommandant Mayer wurden nun Schutzanzüge, Helme und Uniformen beschafft. Außerdem wurde an die Gemeinde der Antrag gestellt, ein Feuerwehrauto in den Dienst zu stellen.
Dass rechtzeitig für Leistungsfähigkeit einer Feuerwehr gesorgt werden muss, bewies die Realität. Am 11. Juni 1984, während eines schweren Gewitters, brannte das Wirtschaftsgebäude an der Hauptstrasse 12 ab. Nach sintflutartigen Regenfällen wurde der Hof an der Monheimerstrasse 2 am 29.05.1985 vom überlaufenden Wasser des Mühlweihers überflutet.
Die neu gruppierte Jugendfeuerwehr schnitt am Jugendfeuerwehrtag des Landkreises Donau Rieß am 28. September sehr gut ab.
Im Jahre 1986 übergab der damalige Kommandant Johann Mayer sen. sein Amt an seinen Nachfolger Armin Hofmann.
Mit der Wehr ging es auch weiterhin aufwärts und man feierte in diesem Jahr den 100ten Geburtstag mit einem großen Fest. Es wurde auch an diesem Fest die neue Fahne und ein TSF geweiht und in den Dienst der Feuerwehr Ottinger gestellt. Die Feuerwehr aus Wolferstadt übernahm dieses Mal die Patenschaft. Der Festzug viel leider wegen starken Regenfällen an diesem Tag aus.

Im Jahre 1996 übergab der 1. Vorstand Josef Herzner sein Amt an den heutigen Bürgermeist Johann Bernreuther weiter. In seiner Amtszeit, mit dem Kommandanten Armin Hofmann an seiner Seite, wurden weitere Ausrüstungsgegenstände angeschafft. Unter anderem eine neue TS 8 und Atemschutz sowie Schutzanzüge. Es galt auch in den vergangenen Jahren verschiedene Einsätze zu bewältigen.

Im Jahre 2002 übergab der 1. Vorstand Johann Bernreuther sein Amt an den damaligen Jugendwart Gerd Fischer weiter. Dieser stellte im Jahr 2003 nach reiflicher Überlegung mit der Vorstandschaft einen Antrag an die Gemeinde ein neues TSF-W zu beschaffen. Da die Einsäte immer anspruchsvoller werden, müsse man auch bei der Ausrüstung auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.

Im Jahre 2006 gründete der 1. Vorstand Gerd Fischer eine e.V.
Es wurden auch noch die nötigsten noch fehlenden Ausrüstungsgegenstände beschafft.
Im September 2007 konnte die Wehr das neue Feuerwehrauto in den Dienst stellen und es wurde mit einem gebührenden Fest in der alten Säge eingeweiht. Hierzu wurden auch die Feuerwehren aus der VG Wemding und die örtlichen Vereine eingeladen, die mit großer Anzahl daran teilnahmen.
Auch wurden die Feuerwehrleute in dieser Zeit zu manchen Einsätzen gerufen.

Im Jahr 2008 gab nun 1. Kommandant Armin Hofmann sein Amt an Matthias Leinfelder weiter.

Dies ist ein kleiner Auszug aus dem Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Otting e.V.